Evangelische Jugend erlebt inspirierende Tage in Taizé
Begeisterung, Gemeinschaft und gelebter Glaube: Für 24 Jugendliche aus dem ehemaligen Dekanat Cham wurde die diesjährige Pfingstwoche zu einem unvergesslichen Erlebnis. Bereits seit 2010 gehört die Fahrt ins französische Taizé fest zum Programm der Evangelischen Jugend – und die Faszination ist ungebrochen. „Die Nachfrage ist nach wie vor groß“, freut sich Dekanatsjugendreferent Fabian Geissler, der die Reise gemeinsam mit Heiko Hermann sowie der Evangelischen Jugend aus Regensburg und Passau begleitete.
Viele kennen Taizé vor allem durch Lieder wie „Meine Hoffnung und meine Freude“. Doch was sich hinter dem kleinen Ort im Burgund verbirgt, erlebten die Teilnehmenden hautnah: ein internationales Treffen von Jugendlichen, geprägt von Einfachheit, Offenheit und Spiritualität. Rund 1600 junge Menschen aus aller Welt – von Europa über Amerika bis hin zu Afrika und Asien – kamen in der Pfingstwoche zusammen.
„Es ist ein bisschen wie ein Festival, aber ganz anders“, beschreibt eine Teilnehmerin ihre Eindrücke. Tatsächlich erinnern die vielen Zelte und einfachen Unterkünfte zunächst an ein großes Jugendcamp. Doch im Mittelpunkt steht nicht das Feiern, sondern das gemeinsame Nachdenken über Glauben, Leben und Gemeinschaft. Die Brüder der Communauté de Taizé schaffen dafür einen besonderen Raum, in dem junge Menschen miteinander ins Gespräch kommen und zur Ruhe finden können.
Ein fester Rhythmus prägt den Alltag: Dreimal täglich versammeln sich alle zum Gebet – morgens, mittags und abends. Dabei stehen eingängige Gesänge, kurze Bibeltexte in verschiedenen Sprachen und vor allem die Stille im Mittelpunkt. „Die sieben Minuten absolute Stille mit so vielen Menschen waren unglaublich eindrucksvoll“, berichtet ein Teilnehmer. Besonders bewegend empfanden viele auch die Lichterfeier am Samstagabend: Im warmen Schein von 1600 Kerzen erfüllten gemeinsame Gesänge die Kirche – ein Moment, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Neben den Gebetszeiten beschäftigten sich die Jugendlichen in Bibeleinführungen und internationalen Kleingruppen mit Fragen des Glaubens. Der Austausch mit Gleichaltrigen aus verschiedensten Ländern wurde dabei als besonders bereichernd erlebt. „Man merkt, wie ähnlich die Themen sind, die uns alle bewegen – egal, woher man kommt“, so die einhellige Meinung der Bayrischen Gruppe.
Auch praktische Mitarbeit gehörte selbstverständlich dazu. Ob beim Abwasch für mehrere hundert Menschen, beim Reinigen und Dekorieren der Kirche oder bei der Essensausgabe – alle packten mit an. Gerade diese gemeinsamen Aufgaben stärkten das Gemeinschaftsgefühl zusätzlich.
Am Ende der Woche waren sich alle einig: Taizé ist ein besonderer Ort, der bewegt und verbindet. Die Jugendlichen kehrten nicht nur mit vielen neuen Eindrücken, sondern auch mit großer Begeisterung und neuen Freundschaften in den Bayerischen Wald zurück. Und für viele steht schon jetzt fest: Sie wollen wiederkommen.